Programm

Waldkindergarten Springe - Der Tag, das Jahr, Aktivitäten, Studien und
Erfahrungen.
  - Tagesablauf
- Jahresplan ... Kürbissuppe, Schneemänner, Krötenwanderung
- Aktivitäten
- Untersuchungen und Studien
- Erfahrungen aus dem Alltag
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Tagesablauf

Morgens um 8.00 Uhr treffen sich die Kinder und Erzieherinnen an einem Sammelpunkt am Waldrand, der in der Nähe zur festen Unterkunft liegt.

Der Tag beginnt mit einem Morgenkreis mit Liedern und Spielen, anschließend stimmen die Kinder mit den Erzieherinnen ab, welcher Weg gegangen werden soll und besprechen den weiteren Tagesablauf. Bei kalter Witterung wird oft erst mal der Ofen in der Hütte vorgeheizt, damit die Kinder später im Warmen frühstücken können.

Je nach Tagesplanung wandern die Kinder und Erzieherinnen dann zu einem der festen Ziele. Auf den Wegen sind immer wieder Haltepunkte markiert, an denen die schnelleren Kinder auf die langsameren warten. Die Tagesstrecken sind nicht länger als zwei bis drei Kilometer. Am Anfang des Kindergartenjahres werden kleinere Wanderungen unternommen.

Je nach Jahreszeit bieten sich im Wald sehr unterschiedliche Spielmöglichkeiten, z.B. mit Wasser, trockenem Laub, Ästen, Schnee, selbstgebaute Hütten. Es gibt nicht für den ganzen Vormittag Spiel- und Lernprogramm; das so genannte Freispiel hat in der Natur für die Gruppe der Waldkinder eine besondere Bedeutung.

Gegen 10.00 Uhr frühstückt die Gruppe entweder im Wald oder bei starkem Regen bzw. Kälte in der Hütte. Nach dem Frühstück wird häufig ein Buch vorgelesen, danach spielen die Kinder weiter oder es kann in der Hütte gemalt und gebastelt werden.

Am Ende des Vormittags gibt es wieder eine kleine Wanderung zurück zum Sammelplatz, wo die Eltern die Kinder nach einem Abschlusskreis in Empfang nehmen.
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Jahresplan ... Kürbissuppe, Schneemänner, Krötenwanderung

Die Jahresplanung richtet sich nach den situativen Notwendigkeiten der Gruppe sowie nach den kirchlichen Festen und den jahreszeitlichen Gegebenheiten. Der Wechsel der Jahreszeiten wird im Wald bewusst und intensiv erlebt. Zu jeder Jahreszeit lernen die Kinder passende Lieder, Gedichte, Geschichten und Spiele kennen und die Unterkunft wird zur Jahreszeit passend dekoriert. Die Geburtstage der Kinder und Erzieherinnen werden gefeiert.

Zu Beginn des Kindergartenjahres wird neben der Arbeit an der Gruppenfindung das Erntedankfest vorbereitet. Ein Kirchenbesuch steht ebenso auf dem Programm wie das Sammeln und Bestimmen von Waldfrüchten oder Pilzen und die Herstellung einer eigenen Speise wie Kürbissuppe oder Marmelade.

In der Vorweihnachtszeit planen die Kinder mit den Erzieherinnen die Weihnachtsfeier, basteln Weihnachtsdekoration für die Hütte und auch kleine Geschenke für die Eltern, backen Kekse und besuchen den Weihnachtsmarkt sowie ein Theaterstück in Hameln. Sobald Schnee gefallen ist, findet eine intensive Begegnung mit diesem Element statt. Die Kinder machen Experimente und bestimmen Tierspuren. Und natürlich werden auch Schneemänner und Iglus gebaut sowie die besten Rodelhänge im Wald fleißig besucht.

Im Frühjahr genießen die Kinder die wiederkehrende Sonnenwärme, bestimmen Pflanzen und wundern sich, wie schnell alles wieder wächst. Zu dieser Zeit gehört auch die Krötenwanderung, wodurch der Sammelpunkt für das Bringen und Abholen der Kinder verlegt wird, um die Tiere zu schonen. Die Gruppe erhält nun vermehrt Besuch durch interessierte neue Eltern und Kinder. Diese Hospitationen fordern die Gruppe in ihrer Rolle als Gastgeber.

Im Sommer wird das Abschiedsfest der zukünftigen Schulkinder vorbereitet und gefeiert.
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Aktivitäten

Die Kinder und Erzieherinnen machen im Laufe eines Kindergartenjahres viele verschiedene Ausflüge und Besuche.

Davon sicherlich für die Kinder das wichtigste und spannendste ist ein dreitägiger Ausflug mit zwei Übernachtungen, der jedes Jahr meist in der Woche um Christi Himmelfahrt unternommen wird. Zur Einstimmung der Kinder finden z.B. im Vorfeld zwei bis drei Vormittagsbesuche am Zielort des Ausfluges statt.

Die Kinder besuchen auch Theateraufführungen und nehmen an verschiedenen kirchlichen Festen (z.B. Erntedankfest, St. Martinsumzug) der St. Andreas-Gemeinde teil. Weiterhin werden z.B. die Feuerwehr, die Polizei, das Hallenbad oder ein Bauernhof besucht bzw. eine Schifffahrt auf der Weser organisiert. Zum Faschingsfest kommen die Kinder mit zum Teil selbst gebastelten Kostümen in den Wald.

Mit der Waldnachbarschaft werden Kontakte gepflegt.

In der Vorweihnachtszeit backen die Kinder im Gemeindehaus Kekse, die dann beim Weihnachtsfest in der Hütte zusammen mit den Eltern verzehrt werden.
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Untersuchungen und Studien

Nach Untersuchungen zwischen den Kindern in unterschiedlichen Kindergärten fördern das Spielen in der Natur und die Bewegung auf unebenem Untergrund insbesondere die Entwicklung der Grobmotorik. Den Waldkindergartenkindern passieren im Vergleich zu anderen Kindergartenkindern auch weniger Unfälle, weil sie beim Spielen in der Natur (in Bäume klettern, auf Baumstämmen oder rutschigen Steinen balancieren ...) in hohem Maße Selbstkompetenz entwickeln können. In der Entwicklung der Feinmotorik konnten keine Unterschiede festgestellt werden.

Das Fehlen fertiger Spielsachen regt die Phantasie und Kreativität der Kinder an. Durch unbegrenzten Raum und Stille werden die Konzentrationsfähigkeit und Ausgeglichenheit der Kinder unterstützt.

Im Waldkindergarten verbringen die Kinder bei jedem Wetter die meiste Zeit des Vormittages draußen an der frischen Luft. Dadurch wird das Immunsystem gestärkt und Erkältungskrankheiten vorgebeugt.
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Erfahrungen aus dem Alltag

Keine Angst vor teuren Kleidungskäufen – wetterfeste und praktische Kleidung gibt es inzwischen auch bei diversen Discountern (auf Werbeprospekte achten). Außerdem bieten verschiedene Outdoorversand- und Warenhäuser wetterfeste Kinderkleidung an.

Je nach Witterung, speziell in der Übergangszeit, sollten Sie ihrem Kind am besten mehrere funktionelle Kleidungsstücke übereinander anziehen (z.B. Unterhemd, T-Shirt, Fliesjacke, Wetterjacke), so dass die Möglichkeit besteht, je nach wechselnder Wetterlage, auch mal etwas aus- oder überzuziehen. Eine Regenjacke kann bei erwarteten Regen optional bereits am Morgen angezogen oder im Rucksack verstaut mitgegeben werden. Für Notfälle, falls mal ein Kleidungsstück nass werden sollte oder wenn die Hände kalt sind, gibt es Ersatzkleidungsstücke (Handschuhe, Schuhe, Hosen, Jacken) in verschiedenen Größen, mit denen unkonventionell ausgeholfen wird. Intakte Bekleidung kann deshalb bei einem Größenwechsel gerne in den Bekleidungspool des Waldkindergartens abgegeben werden. Nachrückenden Waldkindern können diese Stücke selbstverständlich auch angeboten werden.

Dreckige Bekleidung lässt sich gut mit einer Bürste vorreinigen. Eine tägliche Reinigung mit der Waschmaschine ist nicht notwendig. Die Kindersitze im Auto sowie der Innenraum lassen sich durch einfache Maßnahmen schützen. Wahlweise können Handtücher, Zeitungen, Müllsäcke, Schonbezüge oder "Hundeabdeckungen" im Innenraum und auf den Sitzen ausgelegt werden.

Die Kinder bringen jeden Tag ihr Frühstück selbst mit, daher benötigen sie einen kleinen Rucksack, der aber auch Platz für eine faltbare Sitz-Isomatte, Taschentücher und ein kleines Handtuch  bieten sollte. Eine Regenjacke oder Handschuhe sollten ggf. auch noch in den Rucksack hineinpassen. Die obligatorische Notfallkarte mit Telefonnummern wird ebenso ständig mitgeführt. Steine, Stöcker und auch Matschkugeln sind häufig Mitbringsel aus dem Wald.

Auf eine gesunde ausgewogene Ernährung sollte geachtet werden. Eine kleine Süßigkeit am Tag ist "erlaubt". An Geburtstagen wird meistens Kuchen mitgebracht. Das tägliche Frühstück kann aus Obst, Gemüse, Brot und Brötchen belegt oder unbelegt, Reiswaffeln, etc. bestehen. Für Getränke sind Alu-Trinkflaschen ggf. mit separater Isolierung für den Ganzjahresbetrieb bestens geeignet. Achten Sie auf kinderfreundliche Verschlüsse.

Noch ein paar Worte zu einem Thema, welches vielen Eltern Angst macht: Zecken und der Fuchsbandwurm. Nach unseren Erfahrungen bleibt kaum ein Kind in der Kindergartenlaufbahn von Zecken verschont, daher ist es oberstes Gebot das Kind während der "Zeckensaison" jeden Tag abzusuchen. Lange Hosen, feste Schuhe und Kopfbedeckungen sind grundsätzlich ein guter Schutz gegen Zecken.

Als Vorsichtsmaßnahme gegen den Fuchsbandwurm waschen sich alle Kinder vor dem Essen die Hände mit Frischwasser. Außerdem sollen keine gefundenen bzw. gepflückten Waldfrüchte etc. roh verzehrt werden.